Warum manche Komplimente dich schwächer machen
Warum Komplimente dich schwächer machen können – und wie du Lob richtig einsetzt
Komplimente fühlen sich gut an – keine Frage. Aber wusstest du, dass bestimmte Arten von Lob dein Wachstum tatsächlich blockieren können? Die Psychologie zeigt: Nicht jedes Kompliment motiviert gleich. Manche machen dich sogar anfälliger für Misserfolge. Es kommt ganz darauf an, was du lobst – eine Eigenschaft oder eine Anstrengung.
Fixed Mindset vs. Growth Mindset: Der entscheidende Unterschied
In unserem YouTube Short zeigen Clara Berg und Ben genau dieses Phänomen: Ben fragt, ob Lob nicht grundsätzlich motiviert – und Clara Berg erklärt, warum das zu kurz gedacht ist. Der Schlüssel liegt im Konzept des Fixed Mindset vs. Growth Mindset, das von der Psychologin Carol Dweck entwickelt wurde.
- Fixed Mindset: Du glaubst, deine Fähigkeiten und Intelligenz sind angeboren und unveränderlich.
- Growth Mindset: Du glaubst, dass du durch Einsatz und Lernen wachsen kannst.
Wenn du Sätze hörst wie "Du bist so schlau!", klingt das zunächst toll. Aber unbewusst verknüpft dein Gehirn Erfolg mit einer festen Eigenschaft. Die Konsequenz: Du vermeidest Herausforderungen, weil du Angst hast, das Bild von dir als „schlau" zu zerstören. Fehler werden zur Bedrohung statt zur Lernchance.
Anders läuft es, wenn jemand sagt: "Du hast wirklich hart daran gearbeitet!" Hier wird die Anstrengung gewürdigt – etwas, das du selbst kontrollieren kannst. Das stärkt die innere Überzeugung, dass Einsatz sich lohnt, auch wenn es mal nicht klappt.
Ein Beispiel aus dem Alltag
Stell dir vor, du bereitest dich intensiv auf eine Prüfung vor und bestehst sie mit Bravour. Dein Freund sagt: "Du bist halt einfach begabt." Klingt nett – aber beim nächsten Mal, wenn die Prüfung schwerer wird, denkst du vielleicht: „Bin ich vielleicht doch nicht so begabt?" Zweifel entstehen.
Hätte dein Freund gesagt: "Deine Vorbereitung hat sich echt ausgezahlt", würdest du beim nächsten Mal genauso engagiert lernen – weil du weißt, dass genau das den Unterschied gemacht hat.
Fazit: So lobst du richtig – dich selbst und andere
Die gute Nachricht: Du kannst dieses Wissen sofort anwenden. Achte beim nächsten Lob – egal ob du es gibst oder bekommst – auf den Fokus:
- Lobe Prozesse, Strategien und Einsatz statt Talente oder Eigenschaften.
- Ersetze "Du bist so kreativ" durch "Ich finde toll, wie du verschiedene Ideen ausprobiert hast."
- Wende das auch auf dich selbst an: Erkenne deine eigene Anstrengung an – nicht nur das Ergebnis.
Kleiner Satz, große Wirkung. Denn wie du dir und anderen gegenüber sprichst, formt das Denken – ganz unbewusst.
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Häufige Fragen
Warum sind Komplimente manchmal schlecht für die Motivation?
Bestimmte Komplimente – vor allem solche, die Talente oder feste Eigenschaften loben – können dazu führen, dass du Herausforderungen eher meidest. Dein Gehirn verknüpft Erfolg dann mit etwas Unveränderlichem, und Fehler werden zur Bedrohung für dein Selbstbild. Das ist das, was die Psychologin Carol Dweck als Fixed Mindset beschreibt.
Was ist der Unterschied zwischen Fixed Mindset und Growth Mindset?
Beim Fixed Mindset glaubst du, dass Fähigkeiten angeboren und kaum veränderbar sind – beim Growth Mindset gehst du davon aus, dass du durch Einsatz und Lernen wachsen kannst. Dieser Unterschied beeinflusst direkt, wie du mit Rückschlägen umgehst und ob du dich vor schwierigen Aufgaben scheust oder sie als Chance siehst.
Wie sollte man richtig loben, um zu motivieren?
Lobe nicht die Eigenschaft, sondern den Prozess: Anstrengung, Strategie und Einsatz verdienen die Anerkennung – nicht Begabung oder Talent. Statt "Du bist so klug" lieber: "Du hast dich wirklich reingeknieen." So stärkst du das Vertrauen, dass sich Einsatz lohnt – unabhängig vom Ergebnis.